Céad mile fáilte – Hunderttausendfaches Willkommen

Eingereicht von Ulrike Baumbusch am 25. Okt 2017 - 14:05

Die gälische Sprache ist in Irland auf Straßenschildern allgegenwärtig. Die Begrüßung der Iren zeugt von einem gastfreundlichen, hilfsbereiten, geselligen Volk.


Über Jahrhunderte hinweg hatten die Iren unter Unterdrückung und Armut zu leiden. Die Große Hungersnot zwischen 1845 und 1852 ist noch heute in den Köpfen der Iren verankert. Ein Kartoffelpilz vernichtete die Kartoffelernte, das Hauptnahrungsmittel. Infolge dessen starben 1 Million Menschen, 12 % der Bevölkerung, 2 Millionen Iren gelang die Auswanderung. Doch bis heute ist der Stolz der Iren ungebrochen, sie stehen zusammen in schwierigen Zeiten. Das Verhältnis der Iren zu Nordirland und zu England hat sich weitgehend normalisiert, das Verhältnis unter den Konfessionen - die Iren sind zum größten Teil römisch-katholisch, nur ein kleiner Teil ist anglikanisch – ist respektvoll. Die Republik Irland ist selbständig und bleibt in der EU. Das und noch vieles mehr erfuhren wir bei unserer Reise durch den Süden Irlands. Begleitet von unserer bayerisch-irischen Reiseleiterin Bianka und unserem Busfahrer Net erkundeten wir die Insel, die Städte, die touristischen Highlights und die stillen Ecken. Wir erfuhren vom Leben in Irland, den politischen Verhältnissen, der Geschichte, dem Gesundheitswesen, dem Alltag, den Festen und vielem mehr. Unsere Reise begann in der Hauptstadt Dublin, führte über die Wicklow – Mountains in den Westen der Insel, nach Limerick und Tralee, ging weiter über die River Shannon -Mündung durch den Burren nach Galway, durch die Connemara und endete wieder in Dublin. Wir besuchten die uralten Klosteranlagen von Glendalough und Clonmacnoise, Kylemore Abbey und die Gärten von Muckross Haus, wir erlebten Irlands wilde und sanfte Schönheiten am „Ring of Kerry“ und bei den „Cliffs of Moher“. Wir sahen herbe verlassene Gegenden, braune Moore, steile Felsen und grüne Hügel mit unzähligen Schafen und Rindern, probierten den Tullamore Whiskey und erlebten irische Musik in einem Pub. Der Morgen begann für unsere Reisegruppe mit einem irischen Segensspruch, am Abend wünschten wir uns mit dem gälischen Trinkspruch „Slainte“ (slandze) und mit Whiskey, Guinness und Red Ale Gesundheit. Wir feierten Gottesdienste bei den Karmeliten in Dublin mit Pater Martin, einem Studienkollegen von Pater Joshy (Der Gottesdienstablauf ging für uns ungewohnt schnell von statten – 35 Minuten) und mit Pater Jason, einem Cousin von Pater Joshy, im Karmeliterkloster in Moate, wo uns ein herzlicher Empfang bereitet wurde. Dublin mit der St. Patricks-Kathedrale und der Christchurch-Kathedrale, mit der Fischerinsel Howth und mit typisch irischen Einkaufsmeilen ließ unsere Reise ausklingen.


Das harte Leben zwang die Iren immer wieder zur Auswanderung nach Amerika. Ihre Lieder sind voll von Sehnsucht und Melancholie. So auch das Lied von Dan O’Hara aus der Connemara. Dort lebte er glücklich mit Frau und sieben Kindern. Hungersnot und Steuergesetze (Fenstersteuer) zwangen ihn zur Auswanderung. Er hatte nicht das Glück anderer berühmter irischer Auswandererfamilien wie z. B. der Kellys, Clintons, Reagans und Kennedys. Auf einem sogenannten „Sargschiff“ starben seine Frau und 3 Kinder, 4 Kinder wurden in Pflege gegeben, Dan O’Hara verkaufte noch zwei Jahre lang Zündhölzer in den kalten Straßen New Yorks, bis er an gebrochenem Herzen starb.


Die Schönheit Irlands und die bewegende Geschichte der Iren werden uns noch lange begleiten. Ein herzliches Dankeschön unserem Reiseausschuss und Tobit-Reisen, Limburg, für die gute Organisation.


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