Kirchen in Hirschhorn

Ersheimer Kapelle

Die Ersheimer KapelleDie heutige katholische Friedhofskirche St. Nazarius und Celsus, „Ersheimer Kapelle“ bezeichnet, wird 1345 erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf Ersheim selbst wird 773 erstmals als Schenkung an das Kloster Lorsch genannt und wurde mit der Stadtgründung Hirschhorns rasch aufgegeben. Von Ersheim aus betrieb das Kloster Lorsch Landausbau, so dass, wie der Umfang des 1496 im Wormser Synodale genannten Ersheimer Kirchspiels zeigt sowie auch das Lorscher Nazarius-Celsus Patronizium, ein früher Vorgängerbau anzunehmen ist, vielleicht sogar noch in spätkarolingischer Zeit. Die Ersheimer Kirche ist die ursprüngliche Hirschhorner Pfarrkirche. Die Ritter von Hirschhorn förderten ebenfalls die Pfarrei Ersheim, indem sie diese im 14. Jahrhundert zur Präsenz erhoben, in die 5 Pfarreien, deren Rechte sie erworben hatten, inkorporiert wurden (Mückenloch, Bammental-Reilsheim, Schatthausen, Hoffenheim und Eschelbach). Die Pfarreien wurden einer jeweiligen Altarpfründe zugeordnet, aus den Einkünften der Pfarrei und der Präsenz erhielten der Ersheimer Pfarrer sowie die 5 Altaristen ihr Gehalt, zusätzlich wurden davon auch noch die in den inkorporierten Pfarreien wirkenden Vikare bezahlt. Neben der Seelsorge war wichtigste Aufgabe der Ersheimer Geistlichen, zahlreiche Seelenmessen zu lesen, was mit Stiftungen an die Kirche verbunden war. Noch heute zeugen die vielen prächtige Grabsteine von Rittern, Geistlichen und Bürgern in und um die Ersheimer Kapelle von dieser Zeit. Der mittelalterliche Baukomplex mit Kirche, Pfarrhaus und den Altaristenhäusern war sicher recht eindrucksvoll, erhalten hat sich nur die Kirche.

Mehr ...

Klosterkirche

KlosterkircheWenige Jahre nach der Stadtgründung Hirschhorns (1391) – nach der Klosterchronik um 1400 – wurde mit dem Bau von Kloster und Kirche begonnen. Nach päpstlicher Erlaubnis 1405 zur Neugründung eines Karmeliterkonventes, dem die gleichen Rechte gewährt wurden, die der Orden für seine Klöster besaß, erfolgte am 30.5.1406 die Übergabe von Kloster und Kirche an den Karmeliterorden durch die Hirschhorner Ritter als Stifter. Drei Monate später, am 29.8.1406 (nächster Sonntag nach St. Bartholomäus), wurde die Kirche geweiht „in Lobe und Ehre Unserer lieben Frauen Sant Marien der Reynen Maget und Mutter unseres Herrn Jesu Christi“. Als Motiv für die Gründer kann neben der Sorge um das Seelenheil der Wunsch nach einer repräsentativen Grablege angenommen werden. Bedeutung bekam die Klosterkirche auch dadurch, dass die Ersheimer Kirche als Hirschhorner Pfarrkirche auf der anderen Neckarseite lag und nur mit einer Fähre erreicht werden konnte. Die Klosterkirche, die als Bettelordenskirche zwischen Burg und Stadt errichtet worden war, konnte auch in die Seelsorge für die neue Stadt mit eingebunden werden.

Mehr ...

Pfarrkirche

Pfarrkirche

Die heutige Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariae wurde 1628/30 erbaut. Der letzte Ritter Friedrich von Hirschhorn ließ die Kirche am Marktplatz errichten, da die als Stadtpfarrkirche genutzte Klosterkirche der Karmeliterorden zurückerhielt. Als Glockenturm verwendete man das kurz nach der Stadtgründung errichtete Mitteltor, das sich auf diese Weise erhalten hat. Da auch die Kirchenfenster gotische Elemente aufweisen, wirkt die Marktkirche älter als es ihrem Erbauungsdatum entspricht. In Wirklichkeit ist sie die jüngste der drei katholischen Kirchen Hirschhorns. Aus der Erbauungszeit stammt die prächtige Kanzel mit Darstellungen der vier Evangelisten an der Treppenbrüstung. Neben dem Hirschhorner Wappen findet sich das später eingefügte Wappen des Mainzer und Wormser Bischofs Franz Ludwig von der Pfalz. Der 1545 datierte Taufstein stammt aus der Klosterkirche, das zweite Datum – 1631 - bezieht sich auf dessen Überführung in die Marktkirche. Nach Rückführung in die Klosterkirche gelangte er 1732 endgültig in die Marktkirche.

Mehr ...