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Nacht der offenen Kirchen in Hirschhorn/Neckar

Eingereicht am 09. Okt 2018 - 18:47

DANKE für einen wunderschönen Abend!


„Mit unserem Vater unterwegs“  - so hieß die diesjährige und dritte ökumenische Nacht der offenen Kirchen mit dem Meditationsweg zum Vaterunser am 29. Sept. 2018 in Hirschhorn. Eingeladen dazu hatte das Organisationsteam der Erwachsenenbildung der Kath. Kirchengemeinde Neckartal sowohl die ev. Kirchengemeinde Hirschhorn als auch die eigenen katholischen Gruppierungen. Und so entstand in monatelanger engagierter Arbeit ein wunderschönes Programm, von dem jetzt die Besucher profitieren konnten, was denn auch viele Gläubige nicht nur aus Hirschhorn und Neckarsteinach, sondern auch aus Brombach, Heddesbach, Schönbrunn und sogar aus Neckargemünd und Heidelberg taten.


Begonnen wurde in der Ersheimer Kapelle um 18.00 Uhr mit dem ökumenischen Gottesdienst mit Pater Joshy und Diakon Dieter Klement zum Thema „Das Haus Gottes – im Vaterunser eine Heimat finden“, wobei Paul Öhrig an der Orgel die vorgesehenen Lieder wie immer gekonnt begleitete. Das Vaterunser wurde nun ab hier bis zur 8. Und 9. Bitte auf dem Marktplatz mit schönen Plakaten zu den einzelnen Bitten auf dem weiteren Mediationsweg erarbeitet.  Gleich im Anschluss an den Gottesdienst traf man sich so wieder vor der Kapelle zur 1. Station des Vaterunsers mit Diakon Dieter Klement und Ilona Dörr zu tiefgehenden Gedanken zum Thema „Unser Abba – unser Vater“.


In Ruhe konnte man dann zusammen zum Parkplatz in der Ersheimer Straße pilgern, wo die Neckarsteinacher Gruppe mit Anneliese Denner, Gisela Kunz mit Sarka Merz-Owa am schön geschmückten Bild zur 2. Station „Geheiligt werde Dein Name!“ ansprechende Texte zur Erklärung des Themas vorbereitet hatten. Musikalische Begleitung hier durch Seppl Denner am Akkordeon.


In der Zwischenzeit hatten viele Kinder in der Pfarrkirche Spaß, die zum Vaterunser singen, malen und tanzen durften unter Anleitung von Martina Walter, Jutta Fink und Carina Franzisco.


Der Weg führte dann zur 3. Vaterunser-Bitte „Dein Reich komme“ am Schiffermast an der Brücke. Hier hatte Gudrun Kalke alles vorbereitet, das Plakat schön dekoriert und mit Tobias Thommes verschiedene Texte vorgetragen, u. a. einen besonderen Dialog zwischen Mensch und Gott zum Vaterunser. Heinz Hess umrahmte mit seiner Klarinette einfühlsam diese Vaterunser-Bitte.


Zur nächsten Station musste man nun einen weiteren Weg auf sich nehmen, nämlich auf die andere Neckarseite hoch in die Klosterkirche, wo Christina und Franz Lechner mit ihrem Jungen Chor und ihrer Band zur 4. Station „Dein Wille geschehe“ ein Programm mit wundervollen Chorgesängen und passenden Texten, ausgesucht und vorgetragen von Marlis Flachs und Ursula Ebert, dargeboten haben.


Zusammengefasst hieß es hier so: Wenn wir beten "Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden", bitten wir Gott, uns in guten und in schlechten Tagen mit seiner Liebe zu lenken und uns – wie das Navigationssystem unseres Autos - auf den richtigen Weg zu führen.


Beim weiteren Meditationsweg wurde man nun am Kreuz an der kath. Pfarrkirche herzlich begrüßt. Zur 5. Vaterunser-Bitte „Unser täglich Brot gib uns heute“ war der Treppenaufgang mit vielen Laternen – es war jetzt schon dunkel -, Tüchern in Orange und Gelb, Ähren, Grün und Rosen sowie mit einer Schale mit Brot geschmückt. Die Lieder wurden begleitet von Maria Thommes an der Querflöte und Dr. Eduard Thommes an der Gitarre. Sowohl die Lieder als auch die ausgesuchten und von Gabriele Kessler, Ursula Suermann und Assunta Wolfhard vorgetragenen Texte hatten natürlich alle mit Brot zu tun. Sehr berührend waren u. a. die Gedanken „Hunger“ aus dem Buch „Herr, da bin ich“, ein Gebet zum Evangelium der wunderbaren Brotvermehrung sowie ein ganz persönliches Vaterunser. Mit dem Hinweis, dass man zum Abschluss des Abends ja auch noch Brot miteinander teilen werde, wurden dann die Teilnehmer auf den Weg zur evangelischen Kirche gesandt.


Hier, zur 6. Vaterunser-Bitte „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“, hatte Vikar Leonard Nagel mit den Kirchengemeinderätinnen Jutta Hahn und Christel Meidinger erklärende Texte und Lieder, begleitet von Kerstin Obert an der Orgel, und u. a. auch ein „Kummet“ bereit, um symbolhaft auf die menschliche Schuld und ihre Schwere auf der Seele hinzuweisen. Die Vergebung, die Gott uns schenkt, wurde in ein paar Schweigeminuten eingebunden, und ergreifend ging es hier in das Abendgebet Martin Luthers über.


Nach Rückkehr auf den Marktplatz gab es jetzt nun erst einmal durch Ilona Dörr,  Jutta Fink, Hannelore Kittel, Martina Walter und Walburga Weber heißen Tee gegen die Kälte, die langsam um sich griff, und leckere kleine Snacks für das persönliche Wohlbefinden. Danach spielte die Kath. Kirchenmusik (KKM) zur Freude aller schöne Musikstücke, und Texte von Diakon Klement und Assunta Wolfhard erklärten das Thema der 7. Und 8. Station „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!  Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“  Mittlerweile war auf dem Platz vor der kath. Kirche ein großes Herz mit einer Kordel ausgelegt. Die Teilnehmenden wurden gebeten, brennende Lichter entlang des Seils zu positionieren, um so ein leuchtendes Herz zu erstellen, das  anzeigen sollte: „Im Herzen des Vaters angekommen!“ zum Ende des Vaterunser-Mediationsweges.


Aber es war noch nicht Schluss mit der „Nacht der offenen Kirchen“, den jetzt wurde in die Pfarrkirche Maria Immaculata eingeladen zu Klezmer-Musik und von Marlis Flachs, Dieter Klement und Seppl Denner dargebotenen Witzen „Mit einem Lächeln auf den Lippen“, worüber denn auch fröhlich gelacht wurde, man aber auch beeindruckt war von der tollen Musik der  Gruppe „Hals und Beinbruch“. An den Instrumenten: Hartmut Quiring, Franz Lechner, Alfons Flachs, Joachim Flachs und Antonia Lechner, die zusätzlich mit ihrem Gesang begeisterte. Man hätte noch stundenlang zuhören können!


Den Abschluss der Veranstaltung machte dann das Mysterienspiel „Der Tod“ von Angelus Silesius nach der Ballade von Johann Wolfgang von Goethe, das Marlis Flachs nicht nur für diesen Abend arrangiert hatte, sondern bei dem sie auch Regie führte. Joachim Flachs war hier für die Geräusche zuständig. Durch eine Lichtshow von Christian Ebert (Fa. Experience) wurden die einzelnen Akteure gut in Szene gesetzt. Das eingespielte „Halleluja“ von Händel zum Schluss dann, als doch alle in den Himmel durften, versöhnte alle in diesem Spiel vom Tod aufgesuchten Personen.


Die Akteure waren: Chronikerin – Marlis Flachs, 2 Engel – Anna Thommes und Janina Flachs, Tod – Paul Kessler, Kaiser – Roland Weber, Bischof - Die Schöne – Gudrun Kalke, Arzt – Dr. E. Thommes, Kaufmann – Volker Böing, Soldat – Anneliese Denner, Schiffer – Pater Linto, Nonne – Ursula Suermann, Jungfrau – Martina Walter, Greis – Karl Suermann, Maske – Christina Flachs.


Es war – wie viele Gäste erklärten und durch ihren Applaus auch bestätigten – ein wunderbares, beeindruckendes und zum Nachdenken anregendes Spiel. Man wurde nun schon nach Mörlenbach in die dortige Kirche für das nächste Jahr eingeladen.


Der Segen zur Nacht durch Pater Joshy in der Kirche und anschließend wieder auf dem Platz das angekündigte Brotbrechen mit einem Gläschen Karmeliterwein, kredenzt von Christina und Anna-Maria Flachs und den schon oben benannten Frauen des Frauentreffs beendete diese einfach superschöne „Nacht der offenen Kirchen“.


In der Pfarrkirche fand die Ausstellung zum Vaterunser großes Interesse, mit Hinweisen aus der Kirchengemeinde, ausgearbeitet von Marlis Flachs, Ursula Ebert, Jutta Fink und Gudrun Kalke.


Dank nun an dieser Stelle dem Vorbereitungsteam, besonders Marlis Flachs und Diakon Klement mit dem Erwachsenenbildungskreis als den Initiatoren, und allen Akteuren, auch der ev. Kirchengemeinde, sowie auch Pater Linto und Pater Joshy, die den ganzen Weg begleitet haben, Pater Joshy tatsächlich mit dem mobilen Mikrofon für die einzelnen Außenstationen im Schlepp.


Gäste befragt, und das waren nicht unbedingt regelmäßige Kirchgänger, waren der Meinung, dass alles sehr liebevoll dekoriert war und die einzelnen Stationen feierlich das Vaterunser mit tollen erklärenden Texten und Musik meditiert hatten. Es war für sie eine wunderbare Erfahrung und Bereicherung. Sie haben den langen Weg von über 6 Stunden nicht bereut, danken für die tiefgreifenden Impulse zum Gebet des Herrn und freuen sich auf die nächste „Nacht der offenen Kirchen“.


Man darf also behaupten: Es war eine wunderschöne „Nacht der offenen Kirchen“, an die man wohl noch lange bei jedem Vaterunser, das man betet, denken wird!


 


Text: Ursula Suermann